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Wie kann man heute ein gesundes Leben führen?

Verfasst von Pascal am 8. März 2009 - 18:43.

Hallo, in letzter Zeit und wenn ich diese Forum besuche, habe ich mir immer wieder Gedanken dazu gemacht, wie es überhaupt noch als einigermaßen "normaler Mensch" zu bewerkstelligen ist, ein angenehmes und gesundes Leben zu führen.

Eigentlich sollte man ja denken, daß der Mensch an sich, so wie er oder sie lebt, eigentlich den Umweltbedingungen entsprechend lebensfähig sein sollte. Besonders auch, wenn man einmal, zweimal, dreimal die Millionen Jahre andauernde Evolution betrachtet, die uns nun schließlich hervorgebracht haben soll. oder? Der Mensch, wie auch die ihn umgebenden Tiere und Pflanzen, aber das bleibe mal aussen vor, ist das Ergebnis einer langdauernden, für normale Menschen schier unüberschaubaren Entwicklungskette. Eigentlich müssten wir ja an unsere Lebensumgebung und Situation bestens angepasst sein. Aber was sieht man staunend und überall, nur Krankheit und operatives Heilen, oder Heilungsversuche. Wenn ich gewisse, medizinische Fachpublikationen betrachte, habe ich schon fast den Eindruck, daß der Mensch allgemein besehen, ein bald auslaufendes, nur noch mühsam auf den Schienen des Lebens zu haltendes "Gefährt" ist.

Aber auch in rauhen Klimazonen kann er überleben, wie auch in den Tropen oder am/im Wasser. Eigentlich müssten die Menschen an der sie umgebende Biospähre doch optimal angepasst sein, sie hatten sehr lange, unvorstellbar lange Zeit, sich zu adaptieren und haben sich auch eventuell mit diesem Planeten mitentwickelt. Also, wo ist das Problem?

Eben, diese Frage stelle ich mir öfter, bzw. häufiger und befrage dazu auch Freunde und Bekannte. Eigentlich müsste der Mensch doch so als Lebewesen ganz gut funktionieren, sonst wäre er/sie ja schon lange verschwunden. Das kann natürlich auch schnell eine rein philosophische Fragestellung werden, besonders wenn man sich hinreißen lässt zu bedenken, daß eventuell die "Auslöschung" unserer Spezies noch bevorstehen könnte? Und was wird für ein besseres Überleben, auch in der möglichen Zukunft getan? Eigentlich recht wenig, aber das ist dann eventuell auch wieder so eine "halb-volles/halb-leeres" Glas Thematik, es kommt wie immer auf die Betrachtungsweise an. Manchen meinen sogar es wird erstaunlich viel für die Erhaltung unserer Biosphäre getan, aber wenn ich dann wieder vom beschleunigten Artensterben höre, in den Medien, mache ich mir schon Gedanken anderer Art.

Schließlich wurde schon recht früh, oder relativ spät, wie man es nimmt, vom damaligen "Club of Rome", so um 1970 proklamiert, daß die irdischen Ressourcen endlich seien und ein verschwenderischer Umgang damit, für alle lebenden Menschen und zukünftigen Gnerationen schädlich wäre. Ich will jetzt nicht über Atomkraft reden oder andere schädlichen Formen der Energiebearbeitung, aber genug wird weiterhin dafür gesorgt, um dem ganzen Leben auf dieser Welt eine völlig unklare Ausrichtung zu geben. Automobile sind inzwischen zu dem "Götze", dem goldenen Kalb geworden, den fast alle anbeten. Durch ihn, oder sie, besonders in der aktuellen, sich verschärfenden Krise, soll sogar wieder Heilung generiert werden, das sollte man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Ein auch für Menschen schädliches, zerstörerische und ressourcenvernichtendes, blechernes "Dingsda" als Heilsbringer für das Leben und die zukünftigen Generationen auf der Erde? Ein französischer Autor hat dazu mal ein Satire geschrieben, in der Ausserirdische das Automobil als vorherrschende, bewusste und strukturierte Lebensform auf der Erde wahrgenommen hatten. Jesus ist heute ein Auto, würde ich dazu mal recht forsch behaupten wollen, ..?

Wie kann denn ein Ding sich über den Mensch erheben und wchtiger sein und werden als humanitäre und konkret menschheitsbeogenen Aspekte des Seins? Denkt ein Auto etwa, fühlt es, lebt es? Doch wohl nur im Geiste seiner Anbeter, möchte ich mal behaupten. Es ist ein Werkzeug und damit Schluss, einen Hammer oder einen Schraubenzieher anzubeten und dermaßen zu preisen, wäre eventuell sinnfälliger und weniger destruktiv. Denn nicht nur, daß die Fahrzeuge extreme negative, gesundheits-schädliche Folgen haben, wie Abgase u.a. Sie zeitigen auch weltweit eine enorme Rate an Toten. Ich habe mal eine Statistik dazu gesehen, die von über 850.000 Toten weltweit für 1999 ausgeht. Das ist so viel, als würden weltweit täglich 40 Flugzeuge abstürzen. Flugzeuge sind nun auch keine Engel in diesem Zusammenhang, obwohl sie diesen wohl näher sind, aber schon erstaunlich!

Und Automobile sind nur ein Faktor, die unser Leben letztendlich belasten, allgemeiner Stress, Unmut und Unfriede unter den Menschen, die sich gegenseitig nur noch als Konkurrenten sehen. Wohnverhältnisse, die mehr an Verwahrungsanstalten erinnern, denn an human verträgliche Lebensspähren usf. Ich habe dazu mal eine Reportage gehört über Menschen aus gut bis best-situiertem Milieu, wie diese über die Wohnverhältnisse der "normalen", arbeitenden Menschen denken und reden. Das hört man zwar selten, aber es ist erstaunlich, denn für diese Reichen ist so ein Leben unvertretbar. Reiche Menschen haben meist riesige Häuser, mehrere Wohnungen und müssen sich nicht zu 5 eine kleine Wohnung in einem Wohnblock mit Blick auf weitere öde Blöcke öder Wohnmaschinen teilen, was zusätzlich das Leben der dort wohnenden extrem belastet. Eine Millionärsgattin sagte dazu, wenn ich mich mit meinem Mann mal nicht so gut nicht verstehe, nehme ich halt die Wohnung in München und er bleibt in Düsseldorf. Und das ist sicher noch ein harmloses Beispiel. Menschen in den Städten, die hart arbeiten müssen, immer noch und meist mehr als 40Std die Woche, leben oft in unzumutbaren Verhältnissen, betrachtet auch aus der Sicht der Arrivierten und Reichen. Für die ist es dann auch klar, das es da Konflikte geben muss, vor denen sie sich mit Sicherheitszonen und Wachdiensten auch möglichst gerne und massiv abschotten.

Also auch hier, um zum Thema zurückzukehren, schädliche Lebensverhältnisse, viele Menschen leben in zu kleinen Wohnungen, auch Erwachsene haben keinen "Auslauf" und müssen sich den etwa teuer, im "Urlaub" etwa, auch noch erkaufen und vorher "verdienen"? So betrachtet wird das alles immer absurder, irgendwo. Manchmal frage ich mich dann, wie es die Menschen denn schaffen überhaupt, in diesen, auch selbst geschaffenen Verhältnissen, noch zu überleben? Da kommt dann die Medizin als Retter gesprungen und sagt: "Wir helfen euch!" Das wird euch Einiges kosten, aber so zumindestens, könnt ihr in dieser Gesellschaft so (noch?) überleben.

Ist es so gedacht gewesen unser Leben, oder warum akzeptieren wir dies so wie es läuft? Warum leben wir nicht einfacher, genügsamer und gemütlicher, gesünder und schonen uns, wie wir unsere Kinder schonen sollten und all das was uns umgibt. Demut und gefühlvolle Beachtung und Betrachtung wäre da sicher adäquater als Schnelligkeit, Wettbewerb, Stress, Hetzte, Lärm, Maschinen, Maschinenmusik, usf.

Oder?

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Durchschnittlich: 3 (1 Bewertung)
Verfasst von DianaDora am 15. März 2009 - 16:00.
  1. Hallo Pascal, das ist vom Thema her ganz interessant formuliert und angedacht. Gewisse von dir angesprochene bedenkenswerte Ansätze bewerte ich ähnlich. Das Automobil als "Heilsbringer" in unserer Gesellschaft, da ist mir doch Jesus Christus oder Buddah um Einiges lieber! Was bringt das Automobil und dieser ganze Maschinenpark uns eigentlich wirklich, auch neben den gesammelten gesundheitlichen Folgeschäden? Eine Bewegung, aber kein Ziel. Die enorme Motorisierung unsere technischen "Wohlstandsgesellschaften" hat nur zum Ziel, einem möglichen auch menschheitlich orientierten Ziel mit allen Mitteln auszuweichen, sich davon zu entfernen.

  1. Die riesigen Städte, angefüllt mit Menschen die dichtgedrängt in diesen vegetieren, sich dort nur noch mit Maschine fortbewegen, kaum noch spüren, was für eine Welt sie wirklch umgibt. Andere Menschen, die sich ebenfalls in Automobilen fortbewegen, sind nur noch Gegner oder "Hindernisse" auf dem eigenen Weg, der eigenen Bahn. Das Leben als Einbahnstrasse? Menschen die zunehmend Maschinen benützen, leben dann in sogenannten Wohnmaschinen und hören Maschinenmusik (Techno) der sie für den Rhythmus der technisierten Arbeitswelt fitmacht. In Heidelberg fährt im Sommer öfter ein Ruderboot mit Menschen herum, die nach einer Trommel rudern müssen, wie auf einer Galeere und auch noch dafür bezahlt haben, so ähnlich empfinde ich das Leben in den Städten manchmal.

  1. Das Automobil ist ein riesiger und bedrohlicher Klotz von Metall, der uns bedroht, uns unsere Ressourcen wegfrisst und den wir wie eine Götzen anbeten. Ein Großteil unserer Sorgen und unseres Geldes wenden wir dafür auf, diesen klotzigen Fetisch weiter am Leben zu erhalten. Und im Tenor fordert uns die aktuelle Gesellschaftspolitik dazu auf, weiter so zu verfahren. Verfahrene Situation, oder?

  1. Die grundsätzlichen, menschlichen (wie tierischen Grund-Bedürfnisse) wurden auf die von uns geschaffenen Maschinenwelten erweitert. Inzwischen gehört es zum Bedürfnis der Menschen, sich mit diesen Maschinen fortzubewegen, individuell, versteht sich. Individualität, aber nur zum Schein, um individuell viel Geld dafür verlangen zu können. Öffentliche Verkehrsmittel, wären ein wenig unbequemer aber auch entschieden sicherer. Oder für geringere Entfernungen ließen sich kleinere Fahrzeuge entwerfen, die mit reduziertem Gewicht und Verbrauch uns hilfreich zur Seite stehen würden.

Aber nein, geklotzt muss werden, die Fahrzeuge werden immer größer, anstatt kleiner und verbrauchen immer mehr an Ressourcen, an Metall, an Wasser, an Öl, Treinstoffe und diese halten angeblich unsere Gesellschaft am Leben, sie zehren sie doch aus? Es ist ihr Verdienst das unser Leben so verläuft, wo leben wir eigentlich? Die von uns geschaffenen Fetische erdrücken uns und schränken unseren Lebensraum so weit ein, daß wir von ihnen abhängig geworden sind. Sie bestimmen jetzt über unser Leben, lassen uns nicht mehr los, ohne sie geht nichts mehr. Straßen überall, aber keine Wege zu vernünftigen, menschlich orientierten Ziele mehr.

Verfasst von Carlo1262 am 16. März 2009 - 22:46.
  • Hallo, ich weiß auch nicht, wie man/frau so ein gesünderes Leben führen soll. Vor Jahren habe ich von einigen Leute gehört, die nach Kanada auswandern wollten, auf einer Hütte leben irgendwo in den Mountains. Dazu braucht man aber an der Basis auch erst einmal etwas Geld und wovon lebt man dann, vom Fischfang? Das muss gut überlegt sein.

  • Letztens habe ich auch mal wieder in einem älteren Buch von dem Amerikaner Thoreau gelesen, "Walden". Dieser Mensch war auch ein erstaunlicher Kulturkritiker und hat sich eine Hütte um 1840 in den Wald gebaut und dort gelebt. Er hat dazu alles akribisch aufgezeichnet und in seinem Buch, einem Klassiker der amerikanischen Kultur, vermerkt. Er hat auch damals schon gesehen, daß der Mensch an sich nicht viel zum Leben braucht, etwas Nahrung, ein Dach über dem Kopf und etwas Wärme im Winter. Dieser Thoreau war ein schlauer Denker, er hat fast schon buddhistische Züge entwicklet in seinem Buch. Er hat damals schon gesehen, daß zu viel angeblicher "Luxus" nur überflüssiger Ballast darstellt und uns nicht viel hilft im Leben klarer zu denken und zu handeln. Alle zusätzlichen Dinge, die man nicht unbedingt zum Leben dringend benötigt sind seiner Ansicht eigentlich eine Last, die man nur mit sich herumträgt.
  • Wenn ich dann so hinschaue, womit sich die heute lebenden Menschen so belasten, dann wird einem ganz anders. Besonders das Automobil, auch schon sehr schwer an Gewicht ist sicher eine enorme Last für den Einzelnen und die anderen Menschen. Auch eine Gefahr, das sollte man nicht verkennen. Viele andere,angebliche Güter (?) die uns in der Werbung aufgeschwätzt werden, sind auch nicht besonders dem eigene Fortkommen dienlich, sie belasten uns nur. Man sollte mal bei Umzügen schauen, wie viel Kisten dabei oft von einem zum anderen Ort getragen werden. Viele Menscen fühlen sich ohne ihre "Dinge" sogar schon einsam und verlassen, ohne ihre Bücher und CD's sind sie nichts, sie fühlen sich dann arm. Aber wie reich das Leben sein kann, ohne die ganzen unnützen Dinge der westlichen Kulturen, werden sie vielleicht nie verstehen.
Verfasst von FrancisDC am 9. Februar 2010 - 20:47.
  • Hi Carlo. du sagst das recht gut in deinem Text, dann kann ich dir in weiten Zügen nur zustimmen. Wir brauchen wirklich nicht all diese unnötigen Dinge, welche die Industrie "will foist on you"-uns aufnötigt, wie es mal J.P. Marat in seinen revolutionären Texten betonte. WAs soll das ganze Zeug denn, wir ruinieren unseren Planeten, bauen alle Ressourcen ab, verschmutzen Wasser, die Erde und die Luft und was haben wir davon? Ein paar Plastikspielzeuge mehr, ja und?
  • Es gab in den 90er Jahren "des letzten Jahrhunderts" einen schönen französischen Film "la belle verte" - der kleine Planet, in dem man schön sehen kann, wie etwa unsere Lebensform auf weit aufgeklärtere Intelligenzen aus einer anderen, aber ähnlich strukturierten Welt wirken mag. Der Film ist auf "youtube" in kleine Stücke aufgeteilt komplett zu sehen. In diesem Film wird gezeigt, wie uns jene Zivilisation des kleine Planeten regelmässig besucht, um etwaige zivilisatorische Fortschrite erkennen zu können. Leider sind diese Fortschritte immer noch nicht sichtbar in einer Welt, wie der unseren (gezeigt wird im Film: Frankreich) die weiterhin auf Ausbeutung aller Ressourcen, der des Menschen als solche inklusive, ausgerichtet zu sein scheint.

Eine schöne Utopie wird ebenfal sin jene Film beleuchtet, denn das Leben der anderen, der menschenähnlichen Besucher auf ihrem Planeten wird ebenso gezeigt. es ist ein Leben in Harmonie mit der sie umgebenden Natur, ohne Gewalt und ohne unnötige, zerstörerische Technik, sondern zeigt wie man in Freunde und im Einklang mit der Natur froh und friedfertig existieren kann (könnte)

  • Der möglche Ausweg aus unserer vertrackten Situation als willenlose, ohnmächtige und abgestumpfe Konsumenten wird auch angedeutete. In einem Rückblick auf die Frühgeschichte der "Besucher". Diese hatten in grauer Vorzeit (vor 3000 Jahren etwa) eine ähnliche zerstörerische und rabiate Epoche durchlebt, wird in dem Film erklärt,.. aber nachdem sie alle daranVerantwortlichen vor Gericht gestellt hatten, hätten sie einen globalen Konsumverzicht gelebt und dadurch gewaltos einer Verkümmerung durch unnötige und überflüssige Produkte und Produktionen ein wirksames und sinnvolles Ende bereitet.
  • Wir leben ja augenblicklich vielleicht einen ähnlichern, eher zaghaften Neubeginn und eine mögliche Rücvkbesinnng auf Werte durch diese Krise der Überproduktion, die den Mensch (oder einige davon, die sich berufen fühlen, .)zur Einsicht anleiten könnte. Nicht immer mehr Produktion ist gefragt, sondern, wie auch letztens kurz mal in der "Financial Times Deutschland" geschrieben, eine Ökonomie des Schrumpfens etwa und eine Rückbesinnung auf vitale und menschenwürdige Werte und Strukturen, Ziele und Ideale.
Verfasst von MonaLisa am 28. März 2009 - 21:26.

Hallo, denke ich auch öfter daran, was eigentich alles zum Leben und Überleben notwendig ist. Tja eine gute medizinische Versorgung möchte ich nicht vermissen, das würde mich beängstigen. Einfach zu sterben weil ein Medikament nicht mehr zu bekommen ist, das wäre mein Alptraum. Ich habe ein paar schlimme Allergien und bin mir deshalb bewußt, daß diese Medikamente für mich persönlich wichtig sein könnte.

  • Sicher, immer nur Shoppen und in der Stadt herumzulaufen, neue Kleider und Schuhe kaufen, ist auch nicht der Sinn des Lebens, obwohl das ganz schön beruhigen und sogar Spaß machen kann, so unbeschwert Geld ausgeben zu können, fast wie im Urlaub. Letztens im Bus habe ich mal zwei Jugendliche darüber reden gehört, was sie in der Stadt unternehmen wollten. Sie machten sich Gedanken darüber, was sie einkaufen wollten, aus purer Langeweile und Verdruss haben sie sich Artikel überlegt, die sich lohnen würden sie zu kaufen. Das hat mich schon ein wenig geschockt, muss ich mal sagen. Viele meiner Freundinnen amüsieren sich schon gut dabei, wenn sie einfach alles kaufen können, was ihnen unter die langen Nägel fällt, bezahlen muss dann der Freund, oder manchmal die Eltern.

Sicher gibt es andere hochgeistige Dinge, die man im Leben unternehmen kann. Bücher lesen etwa, aber dafür fühle ich mich noch zu alt. Ich gehe da lieber ins Kino, oder amüsiere mich auf Parties, solange ich noch jung bin und Spass haben kann. In eine Bücherei gehen und Bücher ausleihen, das kann ich ja dann im Alter machen, da macht das sicher Sinn. WEnn man nich tmehr so gut zu Fuß ist, oder einen alles anödet,da geben Bücher sicher halt, oder man kann in die Kirche gehen, wie einige alten Leute, ältere Tanten auch aus meiner Familie. Früher gab es das nur aus Erzählungen und Geschichten, aber inzwischen gehen ältere Leute wieder in die Kirchen, um zu entspannen oder etwa Trost zu suchen.

  • Oder der Stille zu lauschen, wie mir einmal mein Großvater erzählt hat, naja ich werde es dann auch mal damit versuchen, wenn ich das passende Alter erreicht habe. Wer weiß was dann ist, vielleicht gibt es dann keine Kirchen mehr, weil alle dann so rational und technisch denken, wie mein aktueller Freund, der sich fortlaufend mit Computern und Gehirnforschung befasst. Er hat mir mal erzählt, so im Vertrauen, daß ich seine Religion sei, ja Männer kommen schon auf crazy Gedanken, manchmal.

ich bin eigentlich auch ganz froh, wenn mich meine Katze abends, wenn ich Heim komme freundlich schnurrend begrüßt, sie kann frei rumlaufen, aber weiß meist genau, wann ich komme,vielleicht hat sie ja auch nur Hunger. Ob das Leben überhaupt einen nachvollziehbaren Sinn hat, das frage ich mich schon manchmal, aber weiter kann ich dann auch nicht denken. Naja, ich werde das ja dann sehen, was wird, mal sehen.

Verfasst von Karli7 am 20. April 2010 - 19:34.

Tja, ziemlich philosophisch Eure Gedanken. Hätte ich hier nicht erwartet... Aber gefällt mir sehr gut, mal den größeren Rahmen für unsere Gesundheit zu spannen. Auch mir geht es so: in und mit der Natur, ohne Hektik, ohne den vermeidlichen Luxus geht es mir viel besser. Man kauft auch soviel Schrott, den man nicht wirklich braucht. Konsum ist wohl oft eine Art Ersatzbefriedigung, eine Flucht in eine andere Welt geworden. So sicherlich auch für Manchen das Auto...

  • Und richtig, die Evolution hat uns da wohl nicht wirklich geholfen. Manchmal frage ich mich, ob es den Menschen früher, auch viel früher, nicht manchmal viel besser ging, trotz aller Armut und Not, die für die Meisten herrschte. Vielleicht aber war - neben der größeren Ruhe und intakteren Natur - das Miteinander einfach viel größer. Das ist es doch, worauf es in meinen Augen vor allem ankommt. Heute geht so oft persönliche Beziehung verloren. Egal, ob beim Arzt, beim Autofahren oder im Stadtviertel/Dorf. Die Einsamkeit, nicht nur von alten Menschen, ist riesig. Ich glaube, dass uns unser Überfluß in Deutschland ganz schön satt und bequem gemacht hat. Nicht viele sind mehr bereit, sich auf andere einzulassen und verbindlich für andere etwas zu tun. Einige jammern auch lieber nur über sich selbst. Das ist echt schade. Auch und besonders für diejenigen, die an Anderen vorbeigehen.

Wovor fliehen wir eigentlich genau? Und wohin wollen wir denn am liebsten? Was ist es denn, was uns wirklich gesund machen würde? Ich glaube, dass wir da viel von den alten Leuten lernen können. Mich hat meine Großmutter in ihren letzten Jahren immer total beeindruckt. Sie hatte schwer Krebs und hat das mit einer Fassung und Lebensfreude getragen, die unbeschreiblich ist. Getragen hat sie dabei ihr Glaube an Gott. (Was mich sehr nachdenklich gemacht hat, da ich mit ihm zu der Zeit gar nichts am Hut hatte). Er hat ihr diese Freude und diese Kraft im Umgang mit anderen Menschen gegeben. Sie hat - glaube ich - ein ganz persönliches Verhältnis zu ihm gehabt. Sie hat ihn in der Kirche getroffen, in der Natur und im Gebet. Er gab ihr Ruhe, Hoffnung, Zufriedenheit, Lebensfreude, Liebe - trotz ihrer Krankheit und Schmerzen. Und sie hat dies an uns weitergegeben. Und uns in vielem dadurch reich beschenkt.

  • Es entspricht mittlerweile meinen eigenen Erfahrungen, dass es einfach gut ist und gut tut anderen zu helfen. Das dies - im totalen Gegensatz zum wie auch immer gearteten Streben nach dem eigenen "Noch Mehr" und "jetzt komm ich" wirklich gut ist. Keine Flucht, keine Hektik, kein Stress, kein oberlächlicher Spass (den ich auch geniesse), sondern einfach gut und eine echte andauernde Freude. Ich fühle mich oft selbst beschenkt, wenn sich jemand anderes über mich freut.

Die Richtschnur dafür liegt für mich im Christentum, in Jesus Christus, der darauf wartet, dass wir persönlich mit ihm in Kontakt treten. Leider geht dieses essentielle persönliche Verhältnis zu ihm heute ganz oft in der üblichen Kritik an der Kirche unter.

  • Ich glaube, diese tiefe und innere Freude, ja die Freundschaft mit Christus (und seiner Kirche, die uns darin unterstützt) trägt durch das Leben, durch Krankheiten, durch Stress und Hektik, durch Schickalsschläge und andere Widrigkeiten. Und Sie verstärkt allen Spass, alle Schönheit der Natur, alle Freundschaft und alles was schön ist in unserer Welt. Und deshalb ist es auch gut, in seinem Sinne (und Sinn!) Anderen zu helfen. Weil das eine echte Freude sein kann und wirklich gesund macht.
Verfasst von MonaLisa am 23. April 2010 - 17:20.

Hallo Karli, interessante Worte die du hier zum Thema beisteuerst. Grundsätzlich verstehe ich deine Haltung und kann mich dieser allgemein gut anschließen. Zu einige Punkte möchte ich jedoch kritisch etwas anmerken und erläutern.

  • Zu Ende deiner gutmeinenden und positiv gehaltenen Ausführungen, kommst du auf deinen Jesus-Glauben zu sprechen. Es ist schön wie du die positiven Seiten des Jesus Mythos betonend, darin die Grundlagen für deine Überzeugungen ansiedelst. Bloss wie kannst du mit jemand "befreundet" sein, der nur eine Symbolgestalt ist? Sicher eine symbolische Freundschaft im positiven Geiste Jesu ist auch ein Halt der nicht zu vernachlässigen sein mag.
  • Bloß wenn du von der angeblich "christlich orientierten" Kirche redest, die dich in deinem Glauben darin stützt, hast du hoffentlich Einiges missverständen! Denn deren Intention ist es schon lange nicht mehr, diesen grundsätzlichen Christus-Glauben zu leben. Eine Kirche die zu Unterdrückung Andersgläubiger über hunderte von Jahren beigetragen hat, die ihren Erlöser als gemarterten Menschen an ein Holzkreuz genagelt zum "befreienden" Symbol erhebt, kann nicht Friede und menschliche Freude verbreiten und vermitteln.

Diese Kirche vermittelt Unterdrückung, Anpassung und Gehorsam. Grundfeste und negative Ideale, die auch heute noch von Staat und Kirche zwar verdeckt, aber ebenso intensiv verkündet und eingefordert werden..

  • Das Leben Jesu (soweit die Geschichte davon stimmen mag) war ein anderes. Es war ein gelebtes Leben in Verkündigung, Hilfe und Mitleid sowie Barmherzigkeit und davon ist auch Zeugnis in der Bibel getan (Bergpredigt, etc.) Jesus ist gestorben, in den Händen seiner Widersacher und am Unverständnis seiner Zeit, (würde aber heute ähnlich noch zutreffen, ..) aber das Heilsame seiner Erlösung ergibt sich nur aus seinen lebendigen Taten und nicht aus seinem Tod. Denn er ist nicht "für dich" gestorben, das musst du selber erledigen und er-leben..
  • Du mögest sehen und erkennen, wie du dein Leben im Glauben und in Zufriedenheit und Menschenliebe lebst und führst und du kannst dich darin nur selber "erlösen". Jesus-Glaube ist und kann eine wertvolle Stütze und Hilfe sein, aber darin allein (im Personenkult um Jesu) liegt keine Erlösung. Aber das hast du in deinem Text ebenfalls schon angedeutet, wenn du von eigener und persönlicher Anteilnahme am Leben anderer Menschen und der Hilfe darin schreibst.
  • Es ist wichtig und wahr, den Ersatzbefriedigungen auszuweichen und sein Heil im "Weniger" (auch weniger Konsum) und "Jetzt" zu suchen und zu finden. Ich glaube auch, das Menschen früher mit "Weniger" ausgekommen sind und darin auch gesünder und manchmal auch in einer etwa kürzeren, aber erfüllteren und intensiveren Lebenszeit wirklich "gelebt" haben. In Kommunikation mit sich, den Anderen und ihrer Um- wie Mitwelt.
  • Schau dir nur die angeblich Heils-bringenden und schier "unglaublichen Lebens-verlängernden" Maßnahmen an, die es heute in der Medizin gbt! Was haben die Menschen wirklich davon, auf was warten sie in einem etwas längeren Leben, das doch noch etwas passiert? Man kann auch glücklich und zufrieden leben ohne "uralt" zu werden, denn der zurückgelegt und bewusst gelebte Lebens-Weg ist es, der zählt! Nicht so sehr die Jahre, die ängstlich, abwartend, furchtsam in schierem Eigennutz verbracht, mühsam und ohne Hoffnung, Ziel und Glaube gelebt worden sind.

Verfasst von Karli7 am 26. April 2010 - 20:37.

Hallo MonaLisa, danke für Deine Antwort. Ich habe das Gefühl, dass wir uns in der Lebenseinstellung sehr nahe sind. Die Wurzel dafür ist aber, wie es scheint, doch unterschiedlich. Hier der Versuch einer Erklärung meiner "Wurzel":

  • Jesus hat durch sein Leben verkündet und vorgelebt, was wichtig ist und wie Menschen miteinander umgehen sollten. So gesehen ist er Vorbild. Er ist, wie du schreibst, in den Händen seiner Widersacher und am Unverständnis seiner Zeit gestorben. Davon bin ich auch überzeugt. (Der historische Jesus ist übrigens wissenschaftlich ziemlich gut gesichert).

Nicht zustimmen kann ich Dir in der Aussage, dass man sich selbst erlösen kann. Ich glaube, dass es Gott gibt und nur er das kann. Und es auch will. Die Vorraussetzung dafür ist, dass wir uns ihm zuwenden. Ihn in uns hereinlassen, sozusagen. (Daran fühlte ich mich auch erinnert als Du von den alten Leuten und der Stille schriebst). Stille und ein "Innehalten" im Alltag braucht es wohl, damit man sich dafür öffnen kann. Ich schaffe das gut in der Kirche (ich meine jetzt das Gebäude).

  • Ich glaube, dass Gottes Liebe zu jedem einzelnen Menschen so groß ist, dass er sich uns schenken, uns mit ihm und in sich erfüllen will. Er will in uns wirken und mit uns wirken und seine Liebe auf diese Welt bringen. Ich glaube, dass diese Liebe sichtbar und spürbar ist, wenn wir einander helfen und uns aneinander freuen. Auch wenn wir auf Überflüssiges verzichten. Noch mehr: Ich glaube, dass er gerade auch im Leid bei uns ist und uns durch dieses tragen will.

Dies ist auch die tiefere Bedeutung von Christi Tod: Gott liebt uns so sehr, dass er, in Christus, sogar für uns stirbt. (Weil wir lieber unser einges Ding machen, statt uns auf ihn einzulassen und den "unbequemen Störenfried" dann lieber hinrichten - könnte man sagen). Aber er ist nicht nur gestorben, sondern auferstanden. Damit hat er den Tod besiegt und gibt uns die Hoffnung/den Glauben, dass mit dem Tod eben nicht alles zu Ende ist.

  • Ich glaube also, dass Jesus und Gott Vater und der heilige Geist ein und derselbe sind. Gott hat sich uns in Jesus ausgeliefert, um uns seine unendliche Liebe zu zeigen und uns zum ewigen Leben bei ihm zu führen. (Die ganze Geschichte steht in der Bibel ;-) ). Das ist schwer zu glauben, ich weiß. Aber letztlich doch gar nicht so sehr, wenn man es einmal ernsthaft versucht, mit Leuten spricht, die es tun, vielleicht auch auf Zeichen achtet und sich vor allem Zeit gibt. Faire Kritik und Auseinandersetzung hat mich auch weiter gebracht.

Die Kirche verkündet genau das vorher geschriebene. Leider geht das in vielerlei (meiner Meinung nach durchaus auch berechtigter) Kritik unter. Das sie dabei, bis in die heutige Zeit Schreckliches getan hat und tut ist ohne Frage so. Mittlerweile wird dies ja auch weitgehend offen eingestanden. Die Kirche besteht auch nur aus Menschen die fehlen. Manchmal sind es auch Einige, die dann den ganzen Laden in Verruf bringen. Es lohnt sich aber, sich selbst ein Bild zu machen und sich ernsthaft mit ihr auseinander zu setzen. Das ist zumindest meine Erfahrung. Mir hilft die Messe, die Gemeinde, die Gebäude und einiges Andere Gott zu finden und ihn immer wieder in mich "hereinzulassen". Er ist für mich die Quelle meines Seins und der Sinn in meinem Leben. In ihm habe ich Halt und durch ihn verbessert sich meine Haltung und mein Verhalten mir selber und anderen gegenüber.

  • Im übrigen glaube ich auch, dass Lebensverlängerung nicht auf jeden Fall sein muss. Danach wird's schöner... :-) (was natürlich nicht heißt, dass ich für eine wie auch immer geartete vorzeitige Beendigung bin)

Freue mich, wenn ich ein Feedback bekomme ...



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